Wie du dein Leben schnell ruinierst (oder reparierst)


Wie du dein Leben schnell ruinierst (oder reparierst)


"Fokus bedeutet, dir selbst keine Ausreden mehr gelten zu lassen."


Heute Morgen bin ich um 6.35 Uhr Uhr aufgewacht, habe mir meinen Kaffee mit Kollagen gemacht, mein Journal auf der Terrasse aufgeschlagen. 20 Minuten später habe ich etwas über mich selbst herausgefunden, das mich einige Stunden danach noch beschäftigt hat.

Ich schreibe seit Jahren Journal. 📔
Nicht das hübsche, kuratierte Tagebuch mit drei schönen Dingen des Tages. Sondern die brutale, unzensierte Version. Ein geheimes Tagebuch, wie ich immer so schön sage, in das alles reinkommt, was ich wirklich denke. Was ich liebe. Was ich hasse. Was ich mir wünsche, mich aber schäme, laut auszusprechen.

Und genau deshalb liebe ich es so sehr. Es ist der einzige "Raum", in dem ich mir selbst nichts vormachen kann.

Ich öffne mich für dich in diesem Beitrag.
Heute ging es um die Ex-Freundin meines Freundes. 🤣
Ein leidiges Thema für viele, hehe.

Ich ertappe mich viel zu oft dabei, an sie zu denken. Mich zu ärgern. Mich zu fragen, was sie wohl noch vorhat, denkt, plant. Ein kleiner, hässlicher Groll, der sich immer wieder in meinen Kopf schleicht, ohne dass ich ihn eingeladen habe.

Also habe ich einfach drauf los geschrieben. Was mich stört. Warum es mich stört.
Und mir selbst Fragen gestellt. So lange, bis ich bei der eigentlichen Wahrheit angekommen bin.
Das wird dich jetzt verwundern, ABER ...
​
Ich habe null Einfluss darauf, was sie tut, denkt oder fühlt.
​
Null.
​
​Das Einzige, was in meinem Einflussbereich liegt, bin ich selbst. ​
Meine Gedanken. Meine Beziehung zu meinem Freund. Wie gut es zwischen uns läuft und was wir uns in der Zukunft gemeinsam aufbauen.

Und wenn ich ehrlich bin.
Groll gegen jemanden zu hegen, der es nicht mal mitbekommt, bringt niemandem etwas außer mir selbst schlechte Laune.

In dem Moment, in dem mir das klar wurde, ist etwas in meinem Kopf passiert.
​Mein Fokus hat sich verschoben. Weg von ihr, hin zu mir. Zu dem, was ich tatsächlich gestalten kann.

Zehn Minuten später bin ich über einen Newsletter gestolpert, der mir aus der Seele gesprochen hat. Es ging genau um das, was ich gerade selbst erlebt habe. Fokus. Aufmerksamkeit. Und die Frage, wie sehr das, worauf wir unsere Gedanken richten, unser gesamtes Leben formt.

Das hat mich noch mal bestätigt, worüber ich heute mit dir schreiben will.


Idee 1 – Worauf du deinen Fokus richtest, IST dein Leben

Es gibt diesen einen Gedanken, den ich nicht mehr loswerde, seit ich ihn zum ersten Mal wirklich verstanden habe:

Wer du bist, was du denkst, fühlst und tust, was du liebst.
Das alles ist die Summe, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest.

Klingt erstmal wie ein Kalenderspruch. Ist es aber nicht, wenn man es zu Ende denkt.

Die meisten Menschen verschwenden ihr Leben damit, sich in ihrem Kopf mit den falschen Dingen zu beschäftigen:

  • Gedanken an vergangene Fehler, die sie bereuen
  • Sorgen über zukünftige Dinge, die vielleicht nie passieren
  • Kurzfristige Ablenkungen, um genau diesen Gedanken zu entkommen
  • Ein chaotisches Gedankenkarussell aus unerledigten Aufgaben und offenen Fragen
  • Was andere über einen denken

Ich kenne jeden einzelnen dieser Punkte. Und ich glaube, du auch.

Dein Fokus ist keine Nebensache in deinem Leben. ​
​Dein Fokus ist dein Leben. ​
Nicht deine Umstände entscheiden, wer du wirst, sondern das, worauf du deine begrenzte Aufmerksamkeit lenkst, während diese Umstände passieren.

Das ist auch der Grund, warum Journaling für mich so viel mehr ist als ein netter Zeitvertreib am Morgen.
Es ist das Werkzeug, mit dem ich sichtbar mache, wo mein Fokus gerade wirklich liegt. Nicht wo ich glaube, dass er liegt. Wenn ich heute Morgen nicht geschrieben hätte, würde die Ex-Freundin meines Freundes wahrscheinlich immer noch depert in meinem Kopf herum spuken.


Idee 2 – Was "Aufmerksamkeit" eigentlich bedeutet

Das deutsche Wort "Aufmerksamkeit" kommt von "aufmerken". Im Sinne von: sich einer Sache zuwenden, wach werden für etwas, es bemerken.

Das Interessante daran ist, dass Aufmerksamkeit immer eine Zuwendung ist.
Ein Sich-Hinwenden. Nie neutral, nie kostenlos.

Jedes Mal, wenn du einer Sache deine Aufmerksamkeit schenkst, entziehst du sie automatisch etwas anderem. Aufmerksamkeit zu schenken ist ein Tausch, keine unendliche Ressource.

Wenn ich meine Gedanken jeden Tag ein Stück weit der Ex-Freundin meines Freundes schenke, dann fehlt genau dieses Stück Aufmerksamkeit woanders. Bei meiner Beziehung zu meinem Freund. Bei meinen eigenen Zielen. Bei mir.

Fokus kann eng werden, wie eine Pfeilspitze, die sich auf einen einzigen Punkt zuspitzt. Oder er kann weit werden, wandern, Verbindungen knüpfen. Das, was viele als Kreativität oder "Duschgedanken" kennen.

Und es gibt kaum einen größeren Unterschied zwischen Liebe und Aufmerksamkeit. Wem oder was du wirklich deine Aufmerksamkeit schenkst, das liebst du, ob du willst oder nicht. Das ist auch, warum es sich so unangenehm anfühlt, wenn man merkt, dass man einer Person, die einem eigentlich egal sein sollte, unfreiwillig so viel Raum im eigenen Kopf gibt.

Journaling ist für mich der Ort, an dem ich diesen Tausch bewusst mache. Wo fließt meine Aufmerksamkeit gerade hin und wo will ich eigentlich, dass sie hinfließt?


Idee 3 – Tiefe schlägt Tempo

Wir leben in einer Zeit, in der jeder ständig irgendwas produziert. Content, Meinungen, Reels, KI generiertes Zeug. Alles schnell, alles oberflächlich, alles auf "Aufmerksamkeitserhaschen" ausgelegt.

Aber ich glaube, dass genau jetzt das Gegenteil wieder zu unserem Vorteil wird: Tiefe.

Tiefe von Gedanken. Tiefe von Selbstreflexion. Tiefe in dem, wie gut du dich selbst wirklich kennst.

Wenn du dir jeden Tag zehn Minuten Zeit nimmst, um wirklich ehrlich mit dir selbst bist.
Ungeschönt, ungefiltert, ohne dass es irgendjemand außer dir je lesen wird.
Dann passiert etwas, das keine schnelle Ablenkung dir je geben kann. Du lernst dich selbst kennen. Du siehst deine eigenen Muster. Und du kannst sie verändern.

Genau das war heute Morgen bei mir der Fall. Ich bin nicht mit einer fertigen Erkenntnis aufgewacht. Ich bin durch das Schreiben, durch gezielte Fragen an mich selbst, dahin gekommen. Das ist die eigentliche Kraft von Journaling: Es ist kein Ort zum Festhalten von Gedanken, sondern ein Werkzeug, um sie zu verändern.


Warum Journaling wirklich funktioniert (und was die Neurowissenschaft dazu sagt)

Ich rede hier nicht nur aus meinem Bauchgefühl.
Das bewusste, freie Aufschreiben der eigenen Gedanken, im englischsprachigen Raum oft als "Neurowriting" oder "Expressive Writing" bezeichnet, wird längst auch in der Traumatherapie eingesetzt.

Die Idee dahinter ist nämlich Folgende.
Wenn Erlebnisse, Gedanken oder Gefühle unstrukturiert im Kopf bleiben, bleiben sie oft auch emotional aufgeladen und schwer greifbar. Sobald wir sie jedoch in Worte fassen und aufschreiben, zwingt uns das dazu, sie zu ordnen, ihnen eine Struktur zu geben.
Genau dieser Prozess kann helfen, überwältigende Gefühle greifbarer zu machen und emotionale Distanz zu dem zu schaffen, was uns beschäftigt.

Das ist auch der Grund, warum ich letztes Jahr angefangen habe, Workshops zu diesem Thema zu geben. Weil ich aus erster Hand weiß, was es mit Menschen macht, wenn sie zum ersten Mal erleben, wie viel Klarheit zehn ehrliche Minuten mit Stift und Papier bringen können.

Letzten Winter durfte ich z.B. eine Seminarreihe für die Stadtbibliothek Graz zu Neurowriting gestalten, das viele Erkenntnisse in den Köpfen der Teilnehmer verschafft hat.


Was du heute schon tun kannst

Mach einen kleinen Fokus-Check. 👀
Nimm ein Blatt Papier und schreib auf, womit du deine Zeit, und damit deine Aufmerksamkeit, aktuell wirklich füllst. Nicht, wie du es dir wünschst, sondern ehrlich. Job, Beziehung, Social Media, Nachdenken, Sorgen, Hobbys. Was davon bringt dich dahin, wo du hinwillst? Was raubt dir nur Energie, ohne dir etwas zurückzugeben?

Setz dich zehn Minuten hin und schreib einfach los. ✍️
Ohne Plan, ohne Ziel, ohne Anspruch, dass es "gut" werden muss. Schreib die Wahrheit. Was dich gerade wirklich beschäftigt, ärgert, freut, ängstigt. Niemand außer dir wird es je lesen.

Stell dir selbst eine Frage, wenn du beim Schreiben feststeckst. 🤔
​
"Liegt das, worüber ich gerade grüble, überhaupt in meinem Einflussbereich?"
Wenn nicht, was liegt stattdessen in deinem Einflussbereich? Genau dahin darfst du deinen Fokus lenken.


Warum ich dir das erzähle 💛

Ich glaube fest daran, dass Journaling eines der unterschätztesten Werkzeuge ist, die wir haben, um unser Leben aktiv zu gestalten, statt nur zu reagieren. Es hat meine Welt verändert. Nicht durch einen einzigen großen Aha-Moment, sondern durch tausend kleine, ehrliche Momente wie den heutigen.

Man glaubt anfangs nicht, was es ausmacht, sich einfach zehn Minuten hinzusetzen und loszuschreiben. Aber genau diese zehn Minuten haben mir schon so oft geholfen, aus einem Gedankenkarussell auszusteigen und wieder klar zu sehen, was wirklich zählt. Mein eigenes Leben, meine eigene Beziehung, meine eigenen Ziele.

Nach meiner Babypause möchte ich dieses Wissen weitergeben und einen Workshop zum Thema Neurowriting & Journaling anbieten. Wie du deinen Fokus wieder zurück auf dich selbst lenkst, um deine eigenen Ideen und Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Wenn es dich jetzt schon interessiert, dann schreibe mir gerne zurück und ich nehme dich auf die Warteliste mit auf. Ich melde mich, sobald es losgeht.

Bis dahin: Nimm dir heute zehn Minuten. Schreib die Wahrheit. Und schau, wohin dein Fokus dich führt.

Bis bald,
Stefanie

Be the CEO of your own life


Wie du mit mir arbeiten kannst:

1) Lass uns deine langfristige Gesundheitsstrategie finden:
​
Du willst Gesundheit als strategischen Wert in dein Unternehmen verankern und deine Erfolgsmannschaft darauf ausrichten. Schreibe mir gerne für einen Corporate Health Workshop, einen Vortrag oder einen Austausch, wie gesunde Routinen auch im Arbeitsleben Platz finden.

2) Graz Business Cycling ist in dieser 2026 Saison bereits voll im Gange. Am 20. August findet die nächste Rennradausfahrt für Führungskräfte, Unternehmer und Selbstständige statt. Wir starten um 17.00 Uhr beim Technopark Raaba. Anmelden kannst du dich hier​​.

3) Das Online-Breathwork Programm startet ab Herbst wieder. Ich freue mich auf dich.

Stay healthy!

Steff


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